Teilprojekt Genetik/Tumorforschung

Arbeitsprogramm

Das Teilprojekt “Geschlechtersensible Konzepte in der Genetik/Tumorforschung”, an dem Nachwuchswissenschaftler/innen unterschiedlicher Disziplinen zur Erlangung von Geschlechterwissen im Rahmen von Qualifikationsprojekten aktiv teilhaben, ist dreigliedrig aufgebaut:

1. Bestandsaufnahme der Genderkompetenz bei Organisationen, die den Forschungsprozess im Bereich Genetik/Tumorforschung beeinflussen. Zu den einflussreichen Organisationen gehören z.B. die verschiedenen Fachgesellschaften, die „Editorial Boards“ der Fachzeitschriften, Stiftungen, die die Forschung im Gebiet Genetik/Tumorforschung fördern bzw. Wissenschaftspreise vergeben, sowie Tierschutzbeauftragte und Komitees, die über die Genehmigung von Tierversuchen entscheiden. Angepasst an die Ergebnisse der Bestandsaufnahme werden Richtlinien erarbeitet, die sich sowohl auf die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten bei Forschungsvorhaben bzw. abgeschlossenen Studien beziehen, als auch auf das zahlenmäßige Verhältnis von beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

2. Weiterhin werden vorhandene Wissensbestände im Hinblick auf die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten analysiert. Das soll am Beispiel von Knockout Tieren geschehen, die einen experimentell induzierten Funktionsverlust eines bestimmten Gens in allen Körperzellen oder bestimmten Geweben tragen und damit Modelle für bestimmte überwiegend monogen bedingte genetische Erkrankungen darstellen. Es wird überprüft, wie häufig bei den phänotypischen Analysen von Mäusen mit einem Funktionsverlust in einem Tumorsuppressor der Faktor Geschlecht berücksichtigt wurde und welche geschlechtsspezifischen Unterschiede im Fall einer Berücksichtigung entdeckt wurden.

3. Im Rahmen des zentralen Ausbildungsprojektes „Molekulare Grundlagen der geschlechtsspezifischen Entstehung von Karzinomen der Schilddrüse als Voraussetzung für geschlechtergetrennte Präventionsstrategien“ werden die Gene identifiziert, die für das erhöhte Risiko weiblicher Individuen verantwortlich sind, Schilddrüsenkarzinome zu entwickeln. Diese Untersuchungen werden mit Versuchstieren durchgeführt, so dass die Lebensbedingungen weitgehend kontrolliert werden können, um so Aufschluss über die genetische Komponente des geschlechtsspezifischen Krankheitsrisikos zu bekommen.