Teilprojekt Genetik/Tumorforschung

Ziele und Aufgaben

Tumorerkrankungen weisen in westlichen Ländern eine hohe Prävalenz auf und haben daher für die Gesundheitssysteme eine hohe Bedeutung. Ebenso wie Herz-Kreislauferkrankungen und Stoffwechselleiden werden sie zu den komplexen genetischen Erkrankungen gerechnet, die durch das Zusammenspiel von prädisponierenden Genvarianten mit Umwelteinflüssen entstehen. Alle diese Erkrankungen weisen Geschlechterunterschiede auf, die sich auf die Prävalenz, den Krankheitsverlauf, die Schwere des Krankheitsbildes und auf das Erkrankungsalter beziehen können. Diese Risiken werden nicht nur durch genderspezifische Unterschiede zum Beispiel im Gesundheitsverhalten, sondern auch durch geschlechtsspezifisch wirkende genetische Faktoren beeinflusst.
Das Teilprojekt „Geschlechtersensible Forschung in der experimentellen Genetik/Tumorforschung“ hat zum Ziel, die Scientific Community dafür zu sensibilisieren, dass die Kategorie Geschlecht eine kritische Variable in der experimentellen genetischen Forschung/Tumorforschung darstellt, die in jedem Fall Berücksichtigung finden muss.
Es wird eine Bestandsaufnahme der Organisationen durchgeführt, die den Forschungsprozess in diesem Fachgebiet nachhaltig beeinflussen und eine fragebogenbasierte Bestandsaufnahme der Genderkompetenz erstellt. An die Ergebnisse angepasst werden Richtlinien erarbeitet, die sich auf die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten bei Forschungsvorhaben beziehen. Weiterhin werden bereits vorhandene Wissensbestände im Hinblick auf die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten analysiert.
In einem zentralen Ausbildungsprojekt mit dem Titel: „Molekulare Grundlagen der geschlechtsspezifischen Entstehung von Karzinomen der Schilddrüse als Voraussetzung für geschlechtergetrennte Präventionsstrategien“ wird an Hand eines Tiermodells die genetische Basis des stark erhöhten Risikos bei weiblichen Individuen bösartige Tumoren der Schilddrüse zu entwickeln untersucht. Es handelt sich um ein beispielhaftes Vorhaben zur Erarbeitung von Geschlechteraspekten in der Biologie genetisch komplexer Erkrankungen, an dem Nachwuchswissenschaftler/innen im Rahmen von Qualifikationsprojekten aktiv beteiligt werden.

Eine Kurzfassung der Projektbeschreibung finden Sie hier (PDF).